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Ein neues Zuhause für Waisenkinder

 

Hoher Besuch und Integration für Jugendliche

Die letzten beiden Wochen sind sehr schnell vergangen, was sicherlich daran lag, dass uns eine andere Freiwillige der Bibelmission, die Viktoria, besucht hat.

Sie macht gerade ihren Missionseinsatz in Kasachstan und wir durften sie uns für ein paar Tage ausborgen : ). 

Sie ist Russland- Deutsche und es war so toll, jemanden da zu haben, mit dem man normal reden kann (weil deutsch) und der einen Sachen erklären kann oder Fragen und Antworten übersetzt.

Wir haben alle Aufgaben gemeinsam erledigt und sind auch zum "Mosaik" gefahren.

Arms of Love hat wie gesagt drei Projekte: das Frauenhaus (wo ich wohne), einen Obdachlosentreff und das Integrationszentrum "Mosaik" (wie die Steinchen). Hier in Bischkek dürfen Waisenkinder nur bis zum sechszehnten Lebensjahr im Kinderheim bleiben, dann müssen sie raus. Eigentlich kümmert sich dann laut Gesetz der Staat um die Jugendlichen (immerhin haben sie kein Geld), aber praktisch gesehen ist das leider oft nicht der Fall.

Mosaik wurde Anfang dieses Jahres gegründet mit dem Ziel, diese Jugendlichen aufzufangen und ihnen ein Zuhause zu geben, während sie eine Ausbildung machen oder ähnliches und Geld ansparen für finanzielle Unabhängigkeit.

Seit Juni leben vier Jungs im Alter von 15-21 Jahren in diesem Integrationszentrum. Gerade wird noch kräftig renoviert, damit dann später bis zu elf Jugendliche hier Platz haben. Im zweitem Stock leben Valya und ihr Mann Stanislav (plus Schwiegermutter und eineinhalb-jähriger Sohn Pavlo) und fungieren sozusagen als "Eltern" für die Jungs und kümmern sich um sie.

Ich bin und gehe dort sehr gerne hin, weil es immer etwas zu tun gibt und vor allem meine nicht-vorhandenen Russisch-Kenntnisse nicht stören. Valya kann etwas Englisch und oft lassen sich die Aufgaben auch nur per Körpersprache erklären.

So habe ich mit Valya zusammen im Keller einen super-verstaubten und unordentlichen Lagerraum ausgeräumt, geputzt und wieder eingeräumt. An einem anderen Tag habe ich bei einem alten (aber hübschen) Küchenschrank die Farbe komplett abgeschmirgelt, bis wieder das Holz unter der Farbe sichtbar wurde. Valya hat ihn dann später neu lackiert. Als ich mit Viktoria da war, haben wir den kompletten Keller geputzt und gewischt.

Solche "körperlichen" Aufgaben machen mir immer sehr viel Spaß, daher habe ich mich gewundert, warum ich nach dem ersten Tag im Mosaik so frustriert war. Da haben wir wie gesagt den Lagerraum aufgeräumt. Valya hat oft starke Rückenschmerzen und hat deswegen nach drei Stunden eine Tee-Pause einberufen. Danach sollte ich aber auf Pavlo aufpassen, statt weiter zu arbeiten (obwohl der Lagerraum noch nicht fertig war).

Eines meiner Ziele hier für den Missionseinsatz war es, eine große Hilfe zu sein für die Leute vor Ort. Es wäre das Schlimmste für mich, wenn ich ihnen mehr Last als Erleichterung wäre. Deswegen ist es mir wirklich wichtig, meinem Team mit aller Kraft in allen Dingen zu helfen.

Als ich dann abends vom Mosaik nach Hause gefahren bin, hat sich Valya richtig stark bei mir bedankt, und auch sonst freut sie sich jedes Mal, wenn ich komme. Mir ist es da sehr schwer gefallen, ihre Dankbarkeit anzunehmen, denn in meinen Augen habe ich nicht wirklich geholfen. Was habe ich bitte schön gemacht? Drei Stunden einen Lagerraum aufgeräumt – das war doch keine Arbeit und somit auch keine echte Hilfe.

Mein Gott hat mich aber schnell wieder gerade gerückt:

Tatsache ist, was wirklich hilfreich ist, kann nur derjenige entscheiden, der Hilfe empfängt – denn er weiß genau, was er gerade jetzt am nötigsten braucht. Mein Pochen auf meine Definition von Hilfe übersieht die Not des anderen völlig. Und führt dazu, dass ich zornig werde, weil es nicht nach meinen Vorstellungen geht und weniger motiviert arbeite.

Was ich also gelernt habe: den Menschen vertrauen, dass sie schon wissen, was ihnen gerade am meisten hilft und dann auch ihre Dankbarkeit freudig anzunehmen.

Und das witzige ist: erst gestern habe ich mit Valya gesprochen und mich verabschiedet, und sie meinte, dass sie für meine Zeit hier so dankbar ist, nicht weil ich so viel körperlich gearbeitet hätte, sondern allein für meine Präsenz. Sie hat den ganzen Tag nur halbstarke Jungs um sich herum und dann sei es eine Wohltat gewesen, eine weibliche Person im Haus zu haben. Uns könne man auch Aufgaben geben, wovor sich die Jungs drücken wie z.B. Putzen ("Das ist doch Frauenarbeit!").

Und allein, dass ich mal ein, zwei Stunden auf Pavlo aufgepasst hat, hat ihr so geholfen, weil sie dann endlich mal ein paar Dinge im Haushalt erledigen konnte, ohne dass er ihr ständig auf die Füße tritt.

Die Lektion hat etwas gedauert und dauert noch an (als Deutsche fällt es mir immer noch schwer, meine Vorstellungen von "echte Hilfe = voller Arbeitstag" abzulegen), aber diese Zeit hier in Kirgisistan hat mir definitiv dabei geholfen, anders über das Thema zu denken.

Tut nichts aus Selbstsucht oder nichtigem Ehrgeiz, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst. Jeder schaue nicht auf das Seine, sondern jeder auf das des anderen.

Philipper 2,3-4

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